Donnerstag, 20. August 2009

Internet Check.

Aussicht: Bergsicht! Wir sind immer wieder überwältig, wie NAHE die Berge eigentlich sind. Weil gefühlte 75% der Tage kann man sie vor lauter Smog/Nebel/Dunst/Wolken/WasAuchImmer nicht sehen. Aber manchmal, ja manchmal kriegt man diesen atemberaubenden Ausblick, und dann ist der Morgen dein Freund. Und der Tag ein Blauhimmeltag.

Spocht: Tretmühle: Steigung 1, Geschwindigkeit 6 für 5 Minuten. Steigung 1, Geschwindigkeit 8,5 für 35 Minuten. Steigung 1, Geschwindigkeit 6,5 für 15 Minuten. 5 Minuten Cooldown.

CNN Schlagzeile des Tages: Michelle Obama ist in den Kreis der mächtigsten Frauen der Welt aufgestiegen. Angela Merkel liegt jedoch auch hier wiedermal weiter vorne. Hallo? Ist grad saure Gurken Zeit? Kaum mal keine Typhoon im Osten, und die Wahlen in Afghanistan mit weniger Toten und Explosionen als erwartet, schon werden die Weltnachrichten zu Trivial Pursuit Antworten.

Internet: Im Apartment immer noch gewisse Ports nicht frei, ich krieg meine GMail Post nicht vom Server geladen, ich geh rüber ins Hotel zum checken, wie es da ist, damit ich den IT-Jungs besser auf's Dach steigen kann.

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Millennium-Frühstück hatte ich eh schon lange nicht mehr. Hier funzt alles wie vorher im Apartment. Das ist meine Bestätigung, dass die Jungs es schon wieder geschafft haben, den letzten Konfigurationsstand NICHT zu dokumentieren. Ich krieg die Krise, nach jedem Neustart der Server sind andere Ports nicht frei oder stimmt die Bandbreite hinten und vorne nicht. Ich bin ja nur der Super-DAU (Dümmst Anzunehmende User), aber ich will dass der Scheiss funktioniert! Immer gleich, und wenn schon anders, dann wenigstens BESSER als vorher.

Aber mal noch abwarten, ich war ja noch auf die Rückmeldung von gestern. Lächeln und Winken, Grinsekatze.

Sonntag, 16. August 2009

Cloud 9

P1010730 - Share on Ovi Jin Mao Tower, Pudong, Shanghai, 87./88. Etage, ne echte Cloud 9.
Im Club der höchsten Bars der Welt ist die Skybar des Grand Hyatt Pudong vorne mit dabei und wir kriegen einen Fensterplatz, haben klaren Himmel und eine fantastische Aussicht.
Nach einem nicht ganz so "Rock'n Roll"-igen Linkin' Park Konzert im Olympiastadion, geniessen wir die After Hour bei Long Island Ice Tea (Arndt) und meinem ersten Singapore Sling. Wer mehr sehen will: Cloud 9 Google Bildersuche

Freitag, 14. August 2009

Tomorrow Square, Morgenturm

< Nachdem es nur noch tröpfelt beschliessen wir ins Marriott-Hotel zu gehen, von der Lobby soll man die Innenstadt schön von oben bestaunen können.

Das Marriott "versteckt" sich in diesem hübschen Wolkenkratzer. Die Reze und Lobby ist im 38. Stock, das Hotel reicht dann bis in die Spitzen.

Wer hat hier von wem abgekuckt? Herr der Ringe lässt grüßen..

Schöne Lobby, güldene Aufzüge, nette Aussicht. Einmal hier das Penthouse haben. Bú cùo! (Nicht schlecht, wie der Chinese sagt. Naja, eigentlich sagt er "Nicht falsch", aber die Yodasprache muss man halt nochmal durch den Textprozessor schicken. Die Steigerung ist "Viel nicht falsch", yuck. Lernen, wie man hier tickt kann man über die Sprache.)

RenMin Square, Platz des Volkes

Duschen, Nickerchen, unsere Tickets werden geliefert. Ich reiss voller Vorfreude den Umschlag auf, und geb Arndt die Karten. Er sagt:; "Spitze. Reihe 18 Sitz 2 und 4...äh?" Ich sag: "Nee, oder?! Ach nee, kann ja wohl nicht sein, argh?!" Wir hoffen, da das ja ein Leichtathletik- und Fußballstadion ist, können die vielleicht keine anderen Karten ausdrucken als mit Reihen- und Sitznummern drauf...tja, die Hoffnung stirbt eben zuletzt. Ich meine, Linkin Park und dann BESTUHLT?????? Morgen werden wir's ja sehen...

Unser zweiter Spaziergang, führt uns um den Platz des Volkes, und beginnt drei U-Bahnhaltestellen weiter nördlich. Unser Hotel liegt perfekt zentral, zwischen Innenstadt und Stadion, direkt an der U-Bahnlinie 1, die wir auch wieder nehmen.
Die Engländer scheinen die roten Telefonzellen vergessen zu haben.

In unmittelbarer Nähe um den Platz stehen alle wichtigen historischen Kaufhäuser und Hotels und Theater. Dies hübsche Art Deco Haus in Braun ist das Park Hotel und war bis 1980 das höchste Gebäude in ganz Asien. Stell man sich das mal vor! Es wurde 1934 als Bank erbaut mit einem Restaurant im obersten Stock, dessen Dach weggefahren werden konnte, so dass die Dinnerparty unter Sternen stattgefunden hat.

Von von 1862 bis 1941 war der Platz des Volkes die ShangHaier Pferderennbahn. Nun kann man hier in einem schönen angelegten Park spazierengehen und die frische Luft geniessen.
Obwohl es nach Regen aussieht, die Beete müssen gewässert werden.

So langsam fängt es an zu tröpfeln, wir wissen, hier gibt's irgendwo ein Starbucks mit Dachterrasse, und finden ihn auch ohne Probleme, obwohl der Eingang parkseitig etwas hinter Büschen und Bäumen versteckt ist. Wir kriegen noch nen trockenen Platz unter dem Sonnenschirm auf dem Dach, und sitzen den Schauer mit Kaffee, Zeitung, Reiseführer und Aussicht geniessen aus.

Wer mit dem Nachtzug reist...

... hat mehr vom Anreisetag. Erstmal mit dem Taxi vom Bahnhof zum Hotel. Die ShangHaier Taxen sind pastellmetalligfarben mit Silberstreif (rosa, mint, hellblau). Erstmal ab ins Hotel und unser Zimmer klarmachen, schliesslich sollten wir so bald wie möglich Kelly vom Ticketservice unsere Zimmernummer übermitteln, damit der Kurier der die Konzerttickets überbringt, an der Reze die richtige Nummer aufsagen kann. Ha, schon wieder fast wie bei "Spion & Spion".

Nettes Zimmer im vierten Stock mit Gartenblick im ruhigen "Anting Villa Hotel", einem chinesisch geführten Haus (wir wohnen bisher noch im Urlaub lieber in Lokalkolorit, haben zuhause den ganzen Tag Weststandard, da will man mal was anderes sehen) im French Concession Viertel, das auf Chinesisch einfach LaoWeiJu = Ausländerviertel heisst.

Häuserstil im French Concession - seeeeehr europäisch, aber klar, bei der Kolonialgeschichte..

Weil wir so langsam einen gewaltigen Unterzucker verspüren und die Ticketanlieferungsdetails ausgetauscht wurden, gehen wir auf Erkundungstour und Nahrungsjagd im Viertel.
Essen finden ist in China ja nicht schwer, die Teekanne ist in diesem schnuckeligen Laden der Essigspender. Brauner Reisessig und Chillipampe sind nämlich die offiziellen Pimp-Up Zutaten für Nudelgerichte aller Art.

Zum Teetrinken, Schwätzchen halten und Kartenspielen trifft man sich gerne. Hier muss man sogar einen Tisch reservieren, sonst

kann man gleich im Elektrorolli sitzen bleiben.

In Beijing nimmt man Stahlstangen, die man mit Eisenschellen zu Gerüsten zusammenschreubt, wenn man ein Haus baut oder renoviert. In ShangHai verwendet man Bambusstangen und -Matten, und verknüpft sie mit Seilen. Sieht spannend aus.

Nach einem Nachschlag an der Hausecke (Klebreisbällchen mit Schweinehack gefüllt, ein wirklich saftiges, klebriges Leckerchen) von dem netten Herrn im Fenster rechts, ist der Bauch nun richtig voll, und eine kleiner Müdigkeitsanfall überkommt uns.

Es ist eh viel zu heiss um zur Mittagszeit weiter in der Stadt rumzulaufen und wir sind durch mit dem im Lonely Planet beschriebenen Spaziergang. Eine Siesta ist jetzt genau das richtige.

Das denkt sich auch die Wachkatze, und kringelt sich auf dem Mopedsitz zusammen. Gähn.

Donnerstag, 13. August 2009

Was man so "weich" nennt

Weich ist anders. Aber hart auch. Der Bahnhof in Beijing ist Donnerstags nicht sehr bevölkert, reinkommen kann man nur, wenn man seine Tickets vorzeigt. Dann schiebt man seine Taschen natürlich durch den Security-Röntgenapparat, und begibt sich in den Warmduscher-Warteraum für seinen Zug.

Von dort kann man dann nach Aufruf, wieder nach Vorzeigen seines Tickets (ohne Passierschein geht hier gar nix, da könnte ja jeder auf den Bahnsteig sonst!), zum entsprechenden Gleis gehen, das man auf den Übersichtsbildschirmen auslesen kann. Für so einfache Worte wie ShangHai (ObenMeer) brauchen wir auch keine PinYin-Transkription mehr, weil unsere Mausi immer darauf achtet, dass wir auch die Zeichen malen (hüstel, nicht malen, schreiben natürlich!) lernen.

Also, geschlafen haben wir sehr gut. Nach jeweils zwei steifen Gin-Tonic kann die Matratze schliesslich noch so hart sein. Erfarungsgemäß schadet es nicht, da auf Nummer sicher zu gehen, und sich ordentlich zu betäuben. Von Zugfahrten in China haben wir auch schon so einiges abenteuerliches gelesen, aber irgendwie hab ich mir bei dem stolzen Preis von 750 RMB schon gedacht, dass wird kein Platz auf dem Gangstockbett werden.

Wurde es auch nicht, wir hatten, zusammen mit einem Pärchen aus SuZhou (einzige Station an der der Zug noch hält, ausser Shanghai, und das auch nur 'ne halbe Stunde vorher), eine richtige Luxuskabine. Und die haben mal sowas von deutliches Mandarin gesprochen, wenn wir nur mehr Vokabeln könnten wäre das noch viel lustiger geworden. Er hat sich mit Bier und Wurst begnügt, wir hatten unsere Gin Tonic mit chinesichen TUC, ich musste dreimal pinkeln nachts, und die Toiletten wurden sogar über Nacht gereinigt!

Hausschlappen, Wasser heiss und kalt, zwei weiche Kissen, Zudecke, Kleiderbügel, Fernseher mit Kopfhörer (jeder seinen eigenen), Radio, Leselampe, Zimmerservice (äh, Schlafabteilservice), nächtliche Ruhe vom Feinsten. 10h Zugfahrt, die mal sehr entspannt war. Jederzeit wieder, sowas.

Gut, dass wir soviel GinTonic hatten, sonst wären wir ohne Schädelweh und total frisch und erholt in Shanghai angekommen. *grins*

Women dao le, ni hao ShangHai!

Mit dem Nachtzug nach Shanghai

Taschen gepackt, Gin in kleine Plastikflasche abgefüllt, Watsons Tonic dürfen wir dann halt nicht im Kühlschrank vergessen, Reise-Backgammon (Danke Mädels, das leistet hier auch tolle Dienste) ist griffbereit verstaut, Arndt duscht noch schnell, die Sonne geht rot hinter Central Park unter. In einer halben Stunde steigen wir ins Taxi und machen unsere erste Zugfahrt in China.

Und da wir ja schon die härtesten Hotelbetten hatten, haben wir "Soft-Sleeper" gebucht. Wir Warmduscher! Bin mal gespannt wie dick die Matte auf dem Holzbrett ist.

Wir werden berichten, wenn wir wieder (dann aber mit dem Flieger am Sonntag) zurück sind.

Linkin Park, wir kommen! Morakot ist ja schon wieder weg, auf ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 12. August 2009

Besuch ausführen...

... zählt auch zu einer unserer absoluten Lieblingsbeschäftigungen. Und Arndts Kollegen kommen zahlreich, und sind immer dankbar für Restaurants abseits der Touripfade.

Vorteil für mich, ich kann endlich mal alles bestellen, und muss mich nicht für nur ein Gericht enscheiden.

Vorteil für Arndt, er erfährt aus erster Hand den neuesten Ulmer Nokia-Klatsch und Tratsch. :-)

Vorteil für alle Beteiligten, je mehr Menschen zusammen essen gehen, desto mehr verschiedene Gerichte kann der Einzelne probieren und desto günstiger wird's für jeden.

Unter anderem hatten wir Peking Ente, scharfen Fisch (Nein, das rote sind keine Tomaten!), Süß-saure Spare-Ribs, Hack-Burger, Wasserliliengemüse mit Stangensellerie, Pilz-Satay-Topf, 1000-Lagen-Brot, Bluhmenkohl-Brokkoli-Curry, Gebratene Wurst, Geminzte Gurke, gezuckerte Essig-Cashews, Kürbissuppe, Lamm-Chillli-Schaschlik, Marinierten Tofu und der Rest fällt mir nicht mehr ein...

Ich hab heute mal den Glasplatten-Motor gespielt, und bin dabei ganz schön ins Schwitzen gekommen. Es ist gar nicht so einfach mit links die Platte langsam zu drehen, und dabei mit den Stäbchen in der Rechten die leckeren Sachen von den Tellern zu picken.

Nach dem Baihe bietet es sich an, den kurzen Spaziergang ums Eck in die DZM (DongZhiMen) zu machen, um in einem der beliebtesten Fischrestaurants der Stadt das grüne Bier zu kosten. Ganz ohne St. Patrick's Day gibt's das hier das ganze Jahr. Ausserdem führen sie noch schwarz und quietschgelb eingefärbtes. Irgendwann schaffen wir es auch noch, hier mal zu essen ...

Prost, Ulmer! War ein toller Abend!

Dienstag, 11. August 2009

Japanisches Bier und Sushi

Und weiter geht's in der Reihe: Was machen die denn, ausser Arbeiten?

Die zwei Bequem-Sessel mit Fußablage gehören zum Japaner gegenüber, im Central Park. Wir müssen dafür halt über die Straße und um zwei Häuser rum laufen.

So lässt sich's gut noch ein bisserl arbeiten (ich) oder im Reiseführer Shanghai lesen (Arndt).

Bevor wir uns dann das Bier und die leckeren frischgemachten Fisch-Häppchen schmecken lassen. Sieht nicht nur aus, wie auf der eigenen Terrasse, fühlt sich auch so an! Nur, dass man wunderbar unaufdringlich bedient wird.

Guten Abend!
Mentale Notiz: 2 solche Sessel finden und kaufen!

Montag, 10. August 2009

UFO Sichtung überm Ritan Park

"Wieviele UFO Sichtungen es in Beijing wohl gibt, pro Tag?" überlegt Arndt laut. Wir glauben, keine einzige. Jedes Kind weiss, dass hier alles was wie ein UFO aussieht und blinkt, und eine blinkende Spur zurück zur Erde hat, ein Steigdrachen ist.

Wir freuen uns, die kurze Wartezeit bis die Klamotten beim Schneider (Hosenflicken und Reissverschluss von Burton Jacke auswechseln) fertig geflickt sind, im Ritan Park verbringen zu können. Waren schliesslich schon länger nimmer abends hier.

Immer ein Quell der Ruhe und Besinnlichkeit, gerade auch wenn man auf dem Sonnenaltar liegt und den Drachensteigern beim Fachsimpeln und Steigenlassen zuschauen kann.

Die lassen aber auch Teile in den Himmel! Das hat nix mehr mit Kinderspielzeug zu tun.

Sonntag, 9. August 2009

Anti-Hangover-Wundermittel

Fisch auf Sichuan Art. Explosionsfrittiert in Chillies. So mögen wir unser Katerdinner.

Such den Fisch, los, such! An die Stäbchen, fertig, fischen!

Essen mit Spaßfaktor gibt es hier reichlich!

Mandarinlatte in Apartment 2815

Da haben wir sie jetzt angefixt. Nun braucht sie wohl immer einen. Das haben wir nun davon. Da brauchen wir gar nicht mehr mit Jasmin- oder Blümchentee kommen, ausser zum Durstlöschen und Wasserhaushalt ausgleichen danach vielleicht.

Unsere Mausi (kurz für Miao Qing, unsere Lao Shi (Lehrerin)) haben wir kaffeesüchtig gemacht. Und das schon nach der ersten Tasse.

Naja, eigentlich trank sie das Zeug schon vorher soooo gerne. Sagt sie. Also, da setzen wir uns mal nicht zuviele fremde Lorbeeren auf.

So geschah es letzten Donnerstag, weil wir zwei zur Zeit nicht genug von dem vietnamesichen Mokka kriegen können, dass wir der Mausi einen Tropfmokka mitgemacht haben. Da hat sie uns ihre Sucht mit einem breiten Grinsen im Gesicht gestanden.

Tja, und heute am Sonntag kann ich den tollen Milchaufschäumer, von dem ich gedacht hab, den brauch ich UN-BE-DINGT in China, nicht weiter in der Schublade vergammeln lassen. Ich mach heute mal 'nen italienischen Moment zu den chinesichen Sahnepuddingtörtchen und der Chinesischstunde. Nicht nur Mausi grinst breit.

Premiere. Gelungen.

Samstag, 8. August 2009

Pho Pho und Tsingtao

Typischer Samstag abend in Sanlitun: Gut essen, (zu)viel Tsingtao trinken und Leute kucken, dann beschwipst das Taxi weiterwinken und zu Fuß nach Hause gehen. Leider war der Spaziergang dann doch zu kurz um dem Kater am Tag danach vorzubeugen.

Gegessen im Luga's Pho Pho, vietnamesisch, weil noch so in Urlaubslaune. Matthew kuckt etwas erschrocken. Ich kann immer nicht stillhalten, wenns so lecker ist. Der Rest der Runde geniesst und schweigt.

Getrunken in zwei Bars direkt vor dem Restaurant.

Auch Autos kann man kucken. Der Chinese an sich outet sich über vielerlei Autoaufkleber, dabei ist den Chinesen ihr Blechle auch ein heilix.

Donnerstag, 6. August 2009

Wir fahren nach Shanghai!

Diesmal klappt das mit dem LP Konzert. Diesmal warten wir nicht, bis das geplante BJ Konzert ausfällt, weil sich die Jungs in Shanghai komplett verausgabt haben.

Nein, diesmal fahren wir einfach mit dem Zug hin, geniessen die Stadt noch ein bisserl, und fliegen dann wieder am Sonntag zurück nach BJ.

Diesmal ist sowieso keins in BJ geplant. Und Shanghai ist immer einen Wochenendausflug wert!

So. Nämlich. Und stehen ganz vorne mit den schei**teuren Tickets! "Basta!" würde Isabella, unsere Italienische Ningxia-Bekanntschaft sagen, die sich gestern mit einem "Carrrrrmen, you naughty girrrrrrl!" bei mir gemeldet hat, und mir grad wieder einfällt, ich muss ihr noch die E-Mail schreiben.

Mittwoch, 5. August 2009

Ungezieferalarm

Wir haben Flöhe aus Vietnam mitgebracht. Oder wir haben uns welche in unserer Massagepraxis eingefangen. Mann, da ist aber eigentlich sowas von sauber! Und wir haben doch selbst gesehen, wie die frischen Laken über die Liegen gezogen wurden. Komiksche Pusteln, vorwiegend an Unterarmen und Unterschenkeln, bei mir noch an Hals, Wangen und Ausschnitt. Waaah.

Sieht genauso aus, wie auf dem Bild auf der "Frag Dr. Sowieso"-Seite, das Flohbisse auf Menschenhaut zeigt. Soviel zu Selbstdiagnose.

Manno, kann man die Scheiss Pest von kriegen! Ist zwar heutzutage selten aber die Rattenflöhe (und wir haben Ratten gesehen, sind eher klein in Vietnam, die in Ulm sind viiiiel größer, übrigens) in den Tropen, die können ganz unlustige Dinge übertragen. Bandwurm, Beulenpest, und den Rest hab ich mir nicht mehr merken wollen.

Manno, dass wir evtl. doch Malaria kriegen, das Risiko sind wir eingegangen und haben keinerlei Prophylaxe oder Standby-Zeugs mitgenommen. Bis die ausgebrochen wäre (und die Wahrscheinlichkeit, das die Tzetzefliege an der Küste und in den Städten überlebt ist gering) wären wir wieder in Beijing gewesen, wo wir medizinisch super versorgt sind.

Sieht immer noch nach Stichen oder Bissen oder einer Kombi davon aus.

Der nette Arzt von gestern abend in der International SOS Clinic (die Klinik unseres Vertrauens, da sie direkt mit unserer Krankenversicherung abrechnen kann) sagt aber, er vermutet, dass das eher ne Allergie ist. "Wir hatten mal einen Dermatologen, aber der arbeitet nicht mehr hier." Doller Fisch. Äh, dolle Pusteln aber auch. Na gut.

Vietnam, aha, wielange? 10 Tage.
Aha, auch in abgeschiedenen Gegenden? Nur Saigon, Südküste und Mekong Delta, und das ist gewiss nicht abgeschieden.
Durchfall? Nein. Völlig normal, trotzdem wir gleich nach der Rückkehr-Massage am Sonntag abend höllescharf Sichuan-Essen waren.
Appetitlosigkeit? Leider nein.
Müdigkeit? Ja, immer, aber wenn man auch immer bis spät auf ist und trotzdem früh aufsteh, ist das völlig normal finden wir. Wir haben keine MALARIA! Wär ja auch noch viel zu früh! Und seitwann kriegt man da viele rote Pusteln, die tierisch jucken?
An der Kopfhaut auch? Nein, bis jetzt noch nicht.
Seit wann genau? Seit Montag, werden ständig mehr.
Wassergefüllte Bläschen irgendwo? Wenn ich's aufkratze, tritt Flüssigkeit aus.
Juckt? Wie blöd juckt DAS!
Als er uns das und noch viel mehr ungefähr 20 Minuten gefragt hat, die Dinger angeschaut hat, meint er: "Sieht eher wie eine Allergie aus..."

Jetzt haben wir Antihistamintabletten (unsere Sammlung wird größer), einen haufen Wattestäbchen und rosa Pulver in Lösung, jeder sein eigenes Fläschen. Das Fläschen muss man schütteln, so dass sich das Pulver mit der Lösung verbindet, und dann mit den Wattestäbchen, die Pusteln betupfen. Alle. Alle 345.

Arndt sieht danach so aus.

Und wir glauben jetzt, wir sind auf das gute chinesische Mückenabwehrzeug allergisch. Spätestens als es mir beim einreiben, den Klarlack von den Fingernägeln abgeätzt hat, hätte ich vielleicht stutzig werden sollen. Oder dass die schwarze Aufschrift abgeht, wenn man das Mittel an die eigene Flasche bringt, das hätte mich eventuell mehr als einen flüchtigen Gedanken daran verschwenden lassen sollen. Aber es hat sehr gut gegen die Mücken gewirkt. Nächstes mal nehmen wir dann doch den "Agent of choice" den die International-SOS Apotheke empfiehlt. Überredet.

T.I.C.= That Is China

Und ich geh jetzt aufs Laufband, die tollen Strandbilder herträumen. Es juckt.

Dienstag, 4. August 2009

Frühsport in Müi Ne

Ach, wie war das schön, beim Frühsport. Viele tolle Bilder zum Abrufen, wenn wir wieder auf der Tretmühle im Studio rennen.
Im moskitonetzbezelteten Bett gegen kurz nach Sonnenaufgang aufwachen

Aufstehen und die Ausicht von der Veranda geniessen, und langsam die 80 Meter an den Strand gehen.

Am Restaurant den Frühstück-Her-Richterinnen strahlend guten Morgen zurufen

Den Beach Boys beim Sand glattstreichen zusehen während man die müden Knochen und Muskeln reckt und streckt.

Blick nach links, wo um viertel nach sechs immer noch "Sonnenaufgang!" am Himmel geschrieben steht.

Die Bucht von Müi Ne rechts entlang bis zu den Felsen barfuß im Sand joggen (autsch, am abend hat man Steine statt Wadenmuskeln).

Auf halbem Weg den Fischern beim Fang aus den Netzen schütteln und picken zusehen.

Austauch mit Sanh, dem Muscheltaucher (Muscheln gegen Gespräch und Versprechen die Fotos zu ihm zu senden).

Gut, dass er einen Tag später seine Adresse auf einen Zettel Papier geschrieben und mitgebracht hat. Dazu gibt's nochmal Muscheln geschenkt. Ich bin diesmal alleine unterwegs und bewundere seine "Tauchausrüstung" (eine schwarze Taucherbrille aus den 60ern, ein verrosteter Minispaten und ein Obstnetz das er um den Hals hängt) und bekomme sein Frühstück angeboten (Reis mit eingeweichtem Chili-Salzfisch), riecht lecker und sieht auch gut aus, aber ich muss ja noch zurückjoggen.

Dann noch ein bisschen in den Wellen plantschen,

und das ganze Salz schonmal direkt am Strand abwaschen.

Frühaufsteher haben mehr vom Tag.